Networken wie ein Profi- oder auch nicht

HRNetworking

Vor ein paar Wochen ist mir etwas passiert, was mich stutzig gemacht und zu diesem Beitrag inspiriert hat. Es hat mit dem Thema Networking zu tun und mit einer Sache, die man besser nicht machen sollte.

Networking hat es eigentlich immer gegeben. Menschen haben sich schon immer zu verschiedenen Gelegenheiten in Gruppen getroffen, um sich gegenseitig zu unterstützen.

Was jetzt passiert ist für mich aber wie eine kleine Inflation des Begfriffs Networking. Für viele Menschen hat Networking eine Art Eigenwert. Sie scheinen zu meinen, dass es nur darum geht, so viele Kontakte wie möglich zu haben und so viele Menschen wie möglich kennenzulernen – egal auf welche Art.

Das wichtigste beim Networking

Natürlich ist es nicht schlecht, wenn man viele Bekanntschaften oder Kontakte vom Networken hat. Aber letztendlich kommt es auf die Qualität dieser Kontakte an. Nur weil ich 5.000 Kontakte in meinem Adressbuch oder auf Facebook habe, bedeutet das nicht, dass es wirklich auch qualitative Kontakte sind. Es sind sicher nicht alles Menschen, denen ich mich sofort annähern kann, um sie um etwas zu bitten, zu fragen oder um sie um Unterstützung zu bitten. Das kann man natürlich nicht machen und wer das macht, hat Networking zum Teil missverstanden.

Die Regel ist einfach, wenn du neue Kontakte knüpfst und etwas möchtest, musst du erst einmal selbst etwas anbieten. Du kannst nicht sofort jemanden anschreiben und sagen „Bitte schick das mal an dein komplettes Netzwerk.“ Oder „Teile das mal mit deinen Freunden.“ Oder „Gib mir all deine Pressekontakte.“

Wenn jemand das macht, dann denke ich mir auch „ok…warum sollte ich das denn machen?“ Wenn ich nur den ganzen Tag unterwegs sein würde, um anderen Menschen Gefallen zu tun, wäre das ein bisschen schwierig. Die Regel ist, dass sich die Personen, die sich beim Networking kennenlernen gegenseitig unterstützen. Natürlich kann es auch sein, dass du nur für dich einen Vorteil in diesem Kontakt siehst.

Aber man kann nicht sofort danach fragen oder die Unterstützung des anderen anfordern.

Wenn du weißt, es ist ein guter Kontakt, der hilfreich für dich sein könnte, dann pflege diesen Kontakt. Baue eine richtige Beziehung auf. Die Qualität dieser Beziehung gibt dir dann “das Recht” bzw. die Möglichkeit, dass du nach einem Gefallen oder nach Hilfe fragen darfst.

Es ist besser ein paar wenige qualitativ gute Kontakte zu haben, als 100.000 Menschen, die man einfach nur hinzugefügt hat.

Meine Negativ-Erfahrung

Mir selbst ist vor einigen Wochen etwas auf Facebook passiert, was für mich die negative Seite des Networking ist. Eine sehr bekannte Networkerin,  hat mich zu einer Facebook-Gruppe einfach hinzugefügt. Wenn man eine Gruppe hat und Menschen einladen möchte, dann sollte man aber zuerst fragen, ob das für die Menschen ok ist.

Diese “professionelle” Networkerin hat das nicht gemacht. Ihre Vorgehensweise ist in meinen Augen nicht sehr professionell. Sie hat mich hinzugefügt und ich dachte „sie hat mich gar nicht gefragt?“ Ich wollte nicht in dieser Gruppe sein, also habe ich sie wieder verlassen. Dann hat diese Dame mich anschließend noch einmal hinzugefügt. Natürlich habe ich die Gruppe wieder verlassen. Insgesamt wurde ich viermal zu dieser Gruppe hinzugefügt. Das Ergebnis ist, dass ich sie komplett als Freundin bei Facebook entfernt habe. Was bringt mir so ein Kontakt oder Beziehung, habe ich mir gefragt.

Das Verlassen der Gruppe sollte eigentlich Zeichen genug sein und wenn man diese Botschaft nicht begreift, ist man wirklich nicht auf dem richtigen Networking-Pfad. Dann geht es nur darum Kontakte in deiner Gruppe zu sammeln, das habe ich gespürt und das bestätigen viele andere Damen, die die gleiche Erfahrung mit dieser Dame gemacht haben.

Und genau das sollte Networking nicht sein.

Um ein gutes Netzwerk sollen wir unsere Kontakte pflegen. Sie mit Respekt behandeln, genau wie Du gute Freunde behandelst.

Baue richtige freundschaftliche Beziehungen auf, statt nur Namen und Visitenkarten zu sammeln und sofort etwas anzufordern.

In einer Gesellschaft, wo wir immer digitaler werden und Computer zum Teil die Beziehungen zwischen Menchen ersetzen, wird es noch wichtiger, beständige, authentische menschliche Beziehungen aufzubauen.

Deshalb: Sei der Mensch, mit dem Du selbst Geschäfte machen möchtest.

Und füge um Gotteswillen niemanden zu einer Gruppe zu, ohne vorher zu fragen.

Alles Liebe